Kappungsgrenze 2026: Wie viel Mieterhöhung ist erlaubt?

Mietrecht7 Min. LesezeitAktualisiert: 25.04.2026
Fachlich geprüft · Aktualisiert: 25.04.2026
Kappungsgrenze 2026: Wie viel Mieterhöhung ist erlaubt?

📋 TL;DR

Die Kappungsgrenze begrenzt Mieterhöhungen auf maximal 20 % in 3 Jahren (§558 Abs. 3 BGB). In 500+ Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt gilt die abgesenkte Grenze von 15 %. Modernisierungsmieterhöhungen zählen nicht mit.

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Kappungsgrenze 2026: So viel darf deine Miete maximal steigen

:::wichtig Das Wichtigste in Kürze:

  • Mieterhöhungen sind auf maximal 20 % in 3 Jahren begrenzt (§558 Abs. 3 BGB)
  • In 500+ Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt gilt sogar nur 15 % — z.B. Berlin, München, Hamburg, Köln
  • Modernisierungsmieterhöhungen (§559 BGB) zählen nicht mit — aber sie addieren sich on top
  • Das Mieterhöhungsschreiben muss Pflichtangaben enthalten (§558a BGB) — sonst ist es formell unwirksam
  • Du hast 2 Monate Überlegungsfrist nach Zugang (§558b BGB)
  • Hessen und BaWü: Verordnungen laufen Ende 2026 aus — danach gilt wieder 20 % ohne neue Verordnung :::

Dein Vermieter will die Miete erhöhen? Selbst wenn die ortsübliche Vergleichsmiete deutlich höher liegt als deine aktuelle Miete — es gibt eine Obergrenze. Die sogenannte Kappungsgrenze schützt dich vor zu hohen Mietsprüngen.

Rechtsgrundlage: §558 Abs. 3 BGB

Die Kappungsgrenze ist in §558 Abs. 3 BGB geregelt:

Bei Erhöhungen nach Absatz 1 darf sich die Miete innerhalb von drei Jahren, von Erhöhungen nach den §§ 559 bis 560 abgesehen, nicht um mehr als 20 vom Hundert erhöhen (Kappungsgrenze).

In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt können die Landesregierungen diese Grenze auf 15 % absenken (§558 Abs. 3 Satz 2 BGB). Die Ermächtigung gilt gemäß §558 Abs. 3 Satz 3 BGB für jeweils höchstens fünf Jahre — deshalb laufen die Landesverordnungen regelmäßig aus und müssen erneuert werden.

GebietKappungsgrenze (3 Jahre)
Normal20 %
Angespannter Wohnungsmarkt15 %
💡

Die Kappungsgrenze ist eine zusätzliche Begrenzung neben der ortsüblichen Vergleichsmiete. Deine Miete darf weder die Vergleichsmiete übersteigen noch die Kappungsgrenze verletzen.

Wie funktioniert die Kappungsgrenze?

Das Prinzip

Die Kappungsgrenze vergleicht deine Ausgangsmiete vor 3 Jahren mit der neuen Miete nach der Erhöhung. In diesem 3-Jahres-Zeitraum darf die Miete um maximal 20 % (bzw. 15 %) steigen.

Berechnung des 3-Jahres-Zeitraums

Der Zeitraum wird rückwärts berechnet, und zwar vom Zeitpunkt, ab dem die neue Mieterhöhung wirksam werden soll.

Beispiel: Die neue Miete soll ab dem 1. Juli 2026 gelten. → Der Vergleichszeitraum geht vom 1. Juli 2023 bis zum 1. Juli 2026.

Ausgangsmiete ist die Miete, die am Anfang des 3-Jahres-Zeitraums galt, also am 1. Juli 2023 in unserem Beispiel.

Was zählt mit?

MietänderungZählt zur Kappungsgrenze?
Erhöhung auf Vergleichsmiete (§558)✅ Ja
Modernisierungsmieterhöhung (§559)❌ Nein
Betriebskostenanpassung (§560)❌ Nein
Staffelmieterhöhung (§557a)❌ Nein (eigene Regelung)
Indexmieterhöhung (§557b)❌ Nein (eigene Regelung)
⚠️

Nur Mieterhöhungen auf die ortsübliche Vergleichsmiete nach §558 BGB werden bei der Kappungsgrenze berücksichtigt. Modernisierungsumlagen zählen nicht, sie können die Miete zusätzlich erhöhen.

Rechenbeispiel

Szenario: 15-%-Kappungsgrenze in Berlin

Thomas wohnt seit 2019 in Berlin. Seine Mietentwicklung:

ZeitpunktMiete (Nettokalt)Art der Änderung
Seit 2019600 €Mietvertrag
01.07.2024650 €Erhöhung auf Vergleichsmiete (§558)
01.07.2026?Neue Erhöhung auf Vergleichsmiete

Die ortsübliche Vergleichsmiete für seine Wohnung liegt laut Mietspiegel bei 780 € (Nettokalt).

Berechnung der Kappungsgrenze:

  1. 3-Jahres-Zeitraum: 01.07.2023 bis 01.07.2026
  2. Ausgangsmiete am 01.07.2023: 600 €
  3. Kappungsgrenze (15 %): 600 € × 1,15 = 690 €
  4. Bereits erfolgte Erhöhung (§558): +50 € (auf 650 €)
  5. Noch mögliche Erhöhung: 690 € − 650 € = 40 €
  6. Maximal mögliche neue Miete: 690 €

Obwohl die Vergleichsmiete bei 780 € liegt, darf Thomas' Vermieter die Miete nur auf maximal 690 € erhöhen, die Kappungsgrenze begrenzt die Erhöhung.

Erst wenn der 3-Jahres-Zeitraum „weiterrollt" und die alte Erhöhung herausfällt, kann der Vermieter erneut erhöhen, bis dann wieder die Kappungsgrenze greift.

Was wäre bei 20 % statt 15 %?

Würde Thomas nicht in Berlin wohnen, sondern in einer Stadt ohne abgesenkte Kappungsgrenze:

  • Kappungsgrenze (20 %): 600 € × 1,20 = 720 €
  • Maximal mögliche neue Miete: 720 €
  • Aber: Vergleichsmiete liegt bei 780 € → Kappungsgrenze greift trotzdem

Differenz durch die 15-%-Regelung: 720 € − 690 € = 30 € pro Monat bzw. 360 € pro Jahr, die Thomas in Berlin weniger zahlen muss.

Welche Städte haben die 15-%-Kappungsgrenze?

Die abgesenkte Kappungsgrenze von 15 % gilt in allen Gebieten, die per Landesverordnung als Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt bestimmt wurden. Deutschlandweit sind das über 500 Städte und Gemeinden in 13 von 16 Bundesländern.

Übersicht nach Bundesland

Bundesland15-%-KappungsgrenzeVerordnung gültig bisWichtige Städte
Baden-Württemberg✅ 130 Städte31.12.2026Stuttgart, Freiburg, Heidelberg, Tübingen, Ulm
Bayern✅ 285 Städte31.12.2029München, Regensburg, Ingolstadt, Augsburg, Nürnberg
Berlin✅ Gesamtes Land10.05.2028Berlin
Brandenburg✅ 36 Städte31.12.2029Potsdam
Bremen✅ Stadt Bremen31.08.2029Bremen (ohne Bremerhaven)
Hamburg✅ Gesamtes Land31.08.2028Hamburg
Hessen✅ 49 Städte25.11.2026Frankfurt a.M., Darmstadt, Wiesbaden
Mecklenburg-Vorpommern✅ Rostock, Greifswald30.09.2028Rostock, Greifswald
Niedersachsen✅ 57 Städte31.12.2029Hannover, Braunschweig, Göttingen
NRW✅ 57 Städte28.02.2030Köln, Düsseldorf, Münster, Bonn
Rheinland-Pfalz✅ 5 Städte + 2 LK30.09.2029Mainz, Landau, Speyer, Worms, Ludwigshafen
Sachsen✅ Dresden, Leipzig30.06.2027Dresden, Leipzig
Thüringen✅ Erfurt, Jena30.09.2029Erfurt, Jena
Schleswig-Holstein
Sachsen-Anhalt
Saarland

Quellen: Bayern GBl. 19.12.2025 · Berlin KappGrV 2023 · Hessen GVBl. 2025 Nr. 74 · NRW MietSchVO 07.11.2025 · Hamburg KappGrV 2023 · BaWü KappVO BW, verlängert GBl. 2025 · NI/RP/BB/TH: Finanztip 01/2026 · MV/SN: Finanztip 01/2026 · Stand: April 2026

Kappungsgrenze Bayern 2026

Bayern hat mit 285 Städten und Gemeinden die weitaus meisten Gebiete mit der abgesenkten 15%-Kappungsgrenze bundesweit. Die Bayerische Mieterschutzverordnung wurde am 16. Dezember 2025 neu gefasst, gilt ab 1. Januar 2026 und läuft bis zum 31. Dezember 2029 — eine der längsten Laufzeiten bundesweit. Gegenüber der Vorgängerverordnung wurden zahlreiche Gemeinden neu aufgenommen, vor allem im Großraum München und Oberland. Quelle: Bayerisches Justizministerium, GBl. vom 19.12.2025.

Betroffene Städte (Auswahl): München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Ingolstadt, Erlangen, Fürth, Landsberg am Lech, Kaufbeuren, Kempten.

Das bedeutet konkret: Wohnst du in München und zahlst aktuell 1.200 € Nettokalt, darf dein Vermieter innerhalb von 3 Jahren auf maximal 1.380 € erhöhen, nicht auf 1.440 € wie in einer Stadt ohne abgesenkte Kappungsgrenze.

Kappungsgrenze NRW 2026

In Nordrhein-Westfalen gilt die 15%-Kappungsgrenze in 57 Städten, darunter die drei größten Städte des Landes. Die Mieterschutzverordnung NRW (MietSchVO NRW) trat am 1. März 2025 in Kraft und wurde im November 2025 auf 57 Städte erweitert (zuvor 18). Sie läuft bis zum 28. Februar 2030 — die längste aktuelle Laufzeit aller Bundesländer. Quelle: MietSchVO NRW vom 07.11.2025, GV. NRW.

Köln, Düsseldorf, Bonn, Münster, Aachen, Dortmund, Essen, Bochum: alles 15%-Gebiete. Dazu kleinere Städte wie Bergisch Gladbach, Neuss, Mülheim an der Ruhr.

Wer in Köln wohnt und eine Mieterhöhung erhält: Die Kappungsgrenze liegt bei 15%, nicht 20%. Prüfe das immer zuerst, bevor du einem Erhöhungsverlangen zustimmst.

Kappungsgrenze Hessen 2026

Hessen hat 49 Städte in der Mieterschutzverordnung, konzentriert auf den Rhein-Main-Raum. Die hessische Kappungsgrenzen- und Kündigungsbeschränkungsverordnung gilt bis zum 25. November 2026 — sie wurde um ein Jahr verlängert (Hess. GVBl. 2025 Nr. 74, 14.11.2025). Danach muss die Landesregierung eine neue Verordnung erlassen, um den Schutz fortzuführen.

Frankfurt am Main, Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach, Kassel, Marburg, Gießen: alle 15%. Für die meisten Hessen-Mieter in Ballungsräumen gilt damit die strengere Grenze.

Ob deine Stadt dabei ist? Für alle Rhein-Main-Städte lautet die Antwort Ja. Wichtig: Hessens Verordnung läuft bereits im November 2026 aus — danach gilt wieder 20 %, sofern keine neue Verordnung kommt.

Kappungsgrenze Baden-Württemberg 2026

Mit 130 Städten hat Baden-Württemberg die zweitgrößte Anzahl an Gebieten mit abgesenkter Kappungsgrenze. Die Kappungsgrenzenverordnung BaWü (KappVO BW, GBl. S. 408, zuletzt verlängert GBl. 2025 Nr. 145) läuft am 31. Dezember 2026 aus. Danach muss die Landesregierung eine neue Verordnung erlassen, um den Schutz fortzuführen. Quelle: Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen BW.

Stuttgart, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Tübingen, Ulm, Heilbronn, Konstanz, Mannheim: alle 15%.

Kappungsgrenze Berlin 2026

In Berlin gilt die 15%-Kappungsgrenze für das gesamte Stadtgebiet. Die Kappungsgrenzenverordnung Berlin wurde im März 2023 erlassen und läuft bis zum 10. Mai 2028. Berlin war eines der ersten Bundesländer, das die Absenkung auf 15% eingeführt hat — seit 2013 ununterbrochen in Kraft.

Das Rechenbeispiel oben (Thomas, Berlin, 600 € → 690 €) basiert auf dieser Berliner Verordnung.

💡

In 13 von 16 Bundesländern gibt es Gebiete mit der abgesenkten 15-%-Kappungsgrenze. Viele Millionen Menschen in deutschen Ballungsräumen profitieren damit vom stärkeren Mietschutz.

Ausnahme: Modernisierungsmieterhöhung (§559 BGB)

Die Kappungsgrenze gilt nicht für Modernisierungsmieterhöhungen nach §559 BGB. Allerdings gibt es hier eine eigene Kappungsgrenze:

AusgangslageMax. Erhöhung in 6 Jahren
Miete ≥ 7 €/m²3 €/m² monatlich
Miete < 7 €/m²2 €/m² monatlich
Heizungsanlage (§555b Nr. 1/1a)Zusätzlich max. 0,50 €/m² in 6 Jahren
⚠️

Vermieter nutzen manchmal die Modernisierungsumlage, um die reguläre Kappungsgrenze zu umgehen. Prüfe bei jeder Modernisierungsmieterhöhung, ob die Maßnahme tatsächlich eine Modernisierung darstellt oder ob es sich um eine bloße Instandsetzung handelt. Instandsetzungskosten dürfen nicht auf Mieter umgelegt werden.

So prüfst du die Kappungsgrenze

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Neuen Mietbetrag notieren (was der Vermieter verlangt)
  2. Wirksamkeitszeitpunkt bestimmen (ab wann soll die Erhöhung gelten?)
  3. 3 Jahre zurückrechnen (Anfangsdatum des Vergleichszeitraums)
  4. Ausgangsmiete bestimmen (deine Miete am Anfangsdatum)
  5. Alle §558-Erhöhungen im Zeitraum zusammenrechnen
  6. Prüfen: Gesamterhöhung ≤ 20 % (bzw. 15 %) der Ausgangsmiete?

Formel

Maximal neue Miete = Ausgangsmiete × 1,20 (bzw. × 1,15)

Zulässige Erhöhung = Maximal neue Miete − aktuelle Miete

§558a BGB: Wann ist das Mieterhöhungsschreiben formell unwirksam?

Das ist dein stärkster Hebel: Fehlt eine Pflichtangabe, ist das Mieterhöhungsverlangen formell unwirksam — du schuldest die erhöhte Miete überhaupt nicht, solange kein korrektes Schreiben nachkommt.

Pflichtangaben nach §558a BGB — Checkliste:

PflichtangabeFehlt →
Schriftform (Brief oder vereinbarte E-Mail)Unwirksam
Begründung (Mietspiegel, Vergleichswohnungen, Gutachten oder Mietdatenbank)Unwirksam
Angabe der Ausgangsmiete (Miete zu Beginn des 3-Jahres-Zeitraums)Unwirksam
Auflistung aller §558-Erhöhungen der letzten 3 JahreUnwirksam
Adressat: Alle Mieter müssen angeschrieben werdenUnwirksam

Prüfe das Schreiben Zeile für Zeile gegen diese Checkliste. Besonders häufig fehlt: die Ausgangsmiete oder die Auflistung früherer Erhöhungen. Fehlt eine Angabe → Brief ans Archiv, kein Cent mehr zahlen bis ein korrektes Schreiben kommt.

§558b BGB: Deine Fristen nach Erhalt des Schreibens

FristWerWas
2 Monate nach ZugangMieterÜberlegungsfrist — bis Ende des übernächsten Kalendermonats
3 Monate nach Ablauf der ÜberlegungsfristVermieterKlagefrist — danach verfällt sein Anspruch auf Zustimmung

Beispiel: Erhöhungsschreiben geht dir am 10. April zu.

  • Deine Überlegungsfrist endet am 30. Juni (Ende des übernächsten Monats)
  • Der Vermieter muss bis 30. September Klage erheben

Reagierst du gar nicht, gilt das als Ablehnung. Du musst nichts aktiv schreiben — aber ein formeller Widerspruch schützt dich besser.

Was tun, wenn die Kappungsgrenze überschritten wird?

Überschreitet das Mieterhöhungsverlangen die Kappungsgrenze:

  1. Nicht zustimmen. Du musst der Erhöhung nicht zustimmen.
  2. Teilzustimmung prüfen. Möglicherweise ist eine Erhöhung bis zur Kappungsgrenze berechtigt, du könntest einer Teilerhöhung zustimmen.
  3. Schriftlich widersprechen. Teile dem Vermieter mit, dass die Kappungsgrenze überschritten ist.
  4. Klagefrist im Blick behalten. Der Vermieter hat 3 Monate nach Ablauf deiner Überlegungsfrist Zeit, um Klage zu erheben. Ein Gericht würde die Miete dann nur bis zur Kappungsgrenze festsetzen.

Musterschreiben: Widerspruch gegen Mieterhöhung

[Dein Name]
[Deine Adresse]
[Datum]

[Name Vermieter / Hausverwaltung]
[Adresse]

Widerspruch gegen Mieterhöhungsverlangen vom [Datum des Schreibens]
Betrifft: Mietwohnung [Adresse]

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich widerspreche Ihrem Mieterhöhungsverlangen vom [Datum] und stimme der 
verlangten Mieterhöhung auf [X €] nicht zu.

Begründung: Die verlangte Erhöhung überschreitet die gesetzliche Kappungsgrenze 
nach §558 Abs. 3 BGB. Innerhalb des maßgeblichen 3-Jahres-Zeitraums 
([Datum] bis [Datum]) wurden folgende Erhöhungen nach §558 BGB vorgenommen:
[Erhöhung vom X auf Y €]. Die zulässige Gesamterhöhung von [15/20] % 
der Ausgangsmiete ([Z €]) ist damit bereits ausgeschöpft / wird überschritten.

Ich bin bereit, einer Mieterhöhung bis maximal [zulässiger Betrag €] 
(= [Ausgangsmiete] × [1,15/1,20]) zuzustimmen.

Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]

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Kappungsgrenze berechnen: Schritt für Schritt

Die Kappungsgrenze klingt kompliziert. Die Berechnung ist es nicht.

Die Formel: Aktuelle Miete × (1 + Kappungsgrenze in %) = maximale neue Miete

Oder: Aktuelle Miete × 1,20 = Maximum bei 20 % Kappung Aktuelle Miete × 1,15 = Maximum bei 15 % Kappung

Referenzzeitraum: Die letzten 3 Jahre. Zähle alle Mieterhöhungen zusammen, die in diesem Zeitraum wirksam wurden.

Ausgangspunkt: Die Miete, die vor 3 Jahren galt. Nicht die Miete beim Einzug.

Rechenbeispiel:

  • Miete vor 3 Jahren: 900 Euro
  • Erhöhung vor 2 Jahren: +72 Euro (8 %), neue Miete: 972 Euro
  • Erhöhung vor 1 Jahr: +60 Euro (6,7 %), neue Miete: 1.032 Euro
  • Gesamterhöhung in 3 Jahren: 132 Euro = 14,7 %
  • Kappungsgrenze 15 %: 900 × 1,15 = 1.035 Euro
  • Vermieter darf jetzt maximal auf 1.035 Euro erhöhen (3 Euro mehr als aktuelle Miete)

Was zählt als "Erhöhung" im Sinne der Kappungsgrenze: Nur §558-BGB-Erhöhungen. Modernisierungsmieterhöhungen zählen nicht mit.

Wann gilt 15 %, wann 20 %?

Die niedrigere Grenze (15 %) gilt in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt (§558 Abs. 3 BGB).

15 % gilt in: Städten und Gemeinden, wo die Landesregierung eine entsprechende Verordnung erlassen hat. Dazu gehören alle Städte, in denen auch die Mietpreisbremse gilt, sowie teils weitere Orte.

20 % gilt in: Allen anderen Gebieten ohne angespannten Wohnungsmarkt.

Im Zweifel: 15 % prüfen. In Großstädten und ihrem Umland gilt fast immer 15 %. Bei 15 % statt 20 % kann die Differenz bei einer 1.000-Euro-Wohnung 50 Euro pro Monat ausmachen.

Nachweis: Der Vermieter muss wissen, ob 15 % oder 20 % gilt. Im Streitfall: beim Stadtplanungsamt anfragen oder Mieterverein einschalten.

Kappungsgrenze und Mietspiegel: Zwei Grenzen, eine Mieterhöhung

Viele Mieter verwechseln Kappungsgrenze und Mietspiegel. Das eine ist kein Ersatz für das andere, beide Grenzen gelten gleichzeitig, und dein Vermieter muss beide einhalten.

Der Mietspiegel (§ 558c BGB) legt fest, wie hoch die ortsübliche Vergleichsmiete ist. Die neue Miete darf nie höher sein als 110 % dieses Wertes. Die Kappungsgrenze ist eine zweite, unabhängige Schranke: Selbst wenn deine Miete noch weit unter der Vergleichsmiete liegt, darf sie in 3 Jahren maximal um 20 % (oder 15 %) steigen.

Praxisbeispiel: Deine aktuelle Miete beträgt 700 €. Die ortsübliche Vergleichsmiete liegt bei 1.000 €. Ohne Kappungsgrenze dürfte der Vermieter auf 1.100 € erhöhen. Mit Kappungsgrenze (15 %) darf er nur auf 805 € erhöhen, obwohl die Vergleichsmiete deutlich höher liegt. Der Mieter profitiert doppelt.

Wann beginnt der 3-Jahres-Zeitraum genau?

Das ist keine Formalität. Der Zeitraum beginnt nicht am Datum des Erhöhungsschreibens, sondern am Datum, ab dem die neue Miete wirksam werden soll.

Hat dein Vermieter die Miete also am 1. Januar 2024 erhöht und will sie jetzt zum 1. April 2027 wieder erhöhen, liegt der 3-Jahres-Zeitraum vom 1. April 2024 bis 1. April 2027. Die Erhöhung vom Januar 2024 liegt außerhalb, sie zählt nicht mit. Das kann zu deinen Gunsten funktionieren, wenn du die Daten sorgfältig prüfst.

Tipp: Lies das Erhöhungsschreiben genau. Dein Vermieter muss den 3-Jahres-Zeitraum transparent aufzeigen und alle berücksichtigten Erhöhungen auflisten. Tut er das nicht vollständig, kannst du die Wirksamkeit der Mieterhöhung wegen formeller Mängel zurückweisen.

Das könnte dich auch interessieren

Häufige Fragen zur Kappungsgrenze 2026

Wie viel darf die Miete 2026 maximal erhöht werden? In 3 Jahren maximal 20%, in angespannten Märkten (500+ Städte) nur 15%. Die neue Miete darf außerdem nie über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Maßgeblich ist immer der niedrigere Wert.

Gilt in meiner Stadt die 15%- oder die 20%-Kappungsgrenze? In 13 von 16 Bundesländern gibt es Gebiete mit der abgesenkten 15%-Grenze. Alle Großstädte, Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, haben die 15%-Grenze. Die genaue Liste steht in der Mieterschutzverordnung deines Bundeslandes.

Wie berechne ich die Kappungsgrenze? Formel: Ausgangsmiete vor 3 Jahren × 1,15 (oder × 1,20) = maximal zulässige neue Miete. Alle Mieterhöhungen nach § 558 BGB im 3-Jahres-Zeitraum werden zusammengerechnet. Modernisierungsumlagen zählen nicht mit.

Was ist der Unterschied zwischen Kappungsgrenze und Mietpreisbremse? Die Kappungsgrenze (§ 558 Abs. 3 BGB) schützt Bestandsmieter vor zu starken Erhöhungen im laufenden Mietverhältnis. Die Mietpreisbremse (§ 556d BGB) greift bei Neuvermietungen und begrenzt die Anfangsmiete auf 110% der ortsüblichen Vergleichsmiete. Beide Regeln können gleichzeitig relevant sein.

Kann ich einer Mieterhöhung widersprechen, die die Kappungsgrenze überschreitet? Ja. Du stimmst einfach nicht zu. Der Vermieter muss dann innerhalb von 3 Monaten nach deiner Überlegungsfrist klagen. Ein Gericht würde die Miete nur bis zur Kappungsgrenze festsetzen. Ohne Klage bleibt die alte Miete.


Kappungsgrenze berechnen: 4 Rechenbeispiele aus der Praxis

Rechenbeispiel 1: München — 15 % Kappungsgrenze ausgereizt

Miete Januar 2023: 1.400 € Erhöhung August 2024: +140 €, neue Miete 1.540 € Neue Erhöhung Januar 2026: Vermieter möchte +80 €

Rechnung: 15 % von 1.400 € = 210 € Bereits genutzt: 140 € Noch erlaubt: 70 € → Vermieter darf maximal 70 € erhöhen, nicht 80 €. → Widerspruch gegen die 10 € Überschreitung. Jährliche Ersparnis: 120 €.

Rechenbeispiel 2: Hamburg — Kappungsgrenze voll ausgeschöpft

Miete März 2023: 1.200 € Erhöhung Juli 2024: +180 €, neue Miete 1.380 € Neue Erhöhung März 2026: Vermieter möchte +40 €

Rechnung: 15 % von 1.200 € = 180 € Bereits genutzt: 180 € Noch erlaubt: 0 € → Keine Erhöhung möglich! Die Kappungsgrenze ist vollständig ausgeschöpft. → Vollständiger Widerspruch. Miete bleibt bei 1.380 €.

Rechenbeispiel 3: Erfurt — 20 % Kappungsgrenze

Miete Januar 2023: 700 € Keine Erhöhungen seitdem. Erhöhung Januar 2026: Vermieter möchte +140 €

Rechnung: 20 % von 700 € = 140 € Bereits genutzt: 0 € → 140 € sind zulässig — sofern auch die ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschritten wird.

Rechenbeispiel 4: Kappungsgrenze + Mietspiegel — zwei Grenzen gleichzeitig

Miete: 1.000 €. 20 % Kappungsgrenze. Mietspiegel-Vergleichswert: 1.080 €. → Maximale Erhöhung nach Kappungsgrenze: 200 €. Neue Miete: 1.200 €. → Mietspiegel erlaubt nur 1.080 € (10 % über Vergleichswert: 1.188 €). → Die niedrigere Grenze gilt: 1.188 €, nicht 1.200 €. → Vermieter darf maximal 188 € erhöhen, nicht 200 €.


Kappungsgrenze nach Bundesland: Alle Regeln auf einen Blick

BundeslandAngespannte Märkte (15 %)Gültig bisRestliches Gebiet (20 %)
BayernMünchen, Nürnberg + 67 weitere2028Restliches Bayern
BerlinGesamtes Stadtgebietunbefristet
HamburgGesamtes Stadtgebiet2028
Baden-WürttembergStuttgart, Freiburg + 79 weitere2026 (Verlängerung erwartet)Restliches BW
NRWKöln, Düsseldorf, Bonn + 56 weitere2025 (Verlängerung in Diskussion)Restliches NRW
HessenFrankfurt, Wiesbaden + 14 weitere2025 (unklar)Restliches Hessen
BrandenburgPotsdam, Werder + 12 weitere2024 (unklar ob verlängert)Restliches Brandenburg
SachsenKeineGesamtes Sachsen
ThüringenKeineGesamtes Thüringen
Andere BundesländerUnterschiedlichPrüfen

Wichtig: NRW und Hessen — prüfe aktuellen Stand. Die Verordnungen laufen aus und werden unterschiedlich verlängert. Stand der Tabelle: April 2026.


Was tun wenn der Vermieter die Kappungsgrenze ignoriert?

Schritt 1: Selbst nachrechnen

Hol deine Mietverträge und Kontoauszüge. Erstelle eine Tabelle:

DatumAktionMiete
Januar 2023AusgangsmieteX €
[Datum der letzten Erhöhung]Erhöhung+Y €
[Datum der neuen Erhöhung]Neue Forderung+Z €

Rechne: X × 20 % (oder 15 %) - Y = maximales Z.

Schritt 2: Widerspruch formulieren

"Das Mieterhöhungsverlangen vom [Datum] ist unzulässig soweit es die Kappungsgrenze nach § 558 Abs. 3 BGB übersteigt. Meine Ausgangsmiete vor 36 Monaten betrug [X €]. Die gesetzliche Kappungsgrenze von [15/20] % beträgt [X × 0,15/0,20 = Z €]. In diesem Zeitraum wurde die Miete bereits um [Y €] erhöht. Die verbleibende erlaubte Erhöhung beträgt [Z - Y €]. Die Forderung von [gesamte neue Forderung €] übersteigt die zulässige Grenze um [Differenz €]. Ich stimme der Erhöhung nur in Höhe von [Z - Y €] zu."

Schritt 3: Konsequenzen

Der Vermieter muss die Differenz entweder streichen oder klagen. Bei klar begründetem Widerspruch: Die meisten Vermieter korrigieren.


Häufige Fragen zur Kappungsgrenze

Kann der Vermieter die Kappungsgrenze umgehen indem er eine Modernisierung vornimmt?

Ja und Nein. Modernisierungsmieterhöhungen nach § 559 BGB laufen separat zur Kappungsgrenze. Aber auch Modernisierungserhöhungen haben eine eigene Begrenzung: max. 3 €/m² Mieterhöhung in 6 Jahren. Vermieter können also nicht beliebig modernisieren und erhöhen.

Was passiert wenn ich die erhöhte Miete bereits gezahlt habe?

Zu Unrecht gezahlte Mieterhöhungsbeträge kannst du zurückfordern — aber nur wenn du vorher widersprochen hast. Ohne Widerspruch gilt die Zustimmung als erteilt. Deshalb: immer reagieren.

Gilt die Kappungsgrenze auch bei Staffelmiete?

Nein. Bei Staffelmieten (§ 557a BGB) ist die Miete vertraglich festgelegt. § 558 gilt nicht. Allerdings: Die einzelnen Staffeln müssen immer noch unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.

Wie weit zurück kann ich eine fehlerhafte Erhöhung anfechten?

Für zukünftige Erhöhungen: Widersprich immer innerhalb der Zustimmungsfrist (Ende übernächster Monat nach Zugang). Rückwirkend anfechten für Beträge die du schon gezahlt hast: schwierig ohne vorherigen Widerspruch.

Fazit

Die Kappungsgrenze ist neben der ortsüblichen Vergleichsmiete der zweite wichtige Schutz vor überhöhten Mieterhöhungen. Sie begrenzt den Anstieg auf maximal 20 % in 3 Jahren, in 500+ Städten mit angespanntem Markt sogar auf nur 15 %. Modernisierungsmieterhöhungen sind davon ausgenommen, haben aber eine eigene Kappungsgrenze. Prüfe bei jeder Mieterhöhung, ob dein Vermieter beide Grenzen einhält.

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